SeaTerra GmbH

Die Räumung von Munitionsversenkungsgebieten weltweit stellt eine große technische Herausforderung dar. Die damit verbundenen Risiken für Umwelt, Schiffssicherheit und neue Infrastrukturprojekte sind hoch. Da sich der Zustand der Munition im Wasser verschlechtert, drängt die Zeit, um Versenkungsgebiete sicher und effizient räumen zu können. Aus diesem Grund hat sich SeaTerra der Entwicklung neuer Räumkonzepte und Technologien gewidmet. Der „Crawler“ spielt in diesem Kontext eine wichtige Rolle als multifunktionales Werkzeug zum Relokalisieren, Freilegen, Identifizieren und Verlagern von Kampfmitteln und zur Räumung von Versenkungsgebieten.

Im Zuge der Entmilitarisierung Deutschlands wurden in Nord- und Ostsee große Mengen von Munition versenkt. Hierbei stellen der Zustand der Munition sowie die unterschiedlichen Munitionstypen, die innerhalb eines Versenkungsgebietes vorkommen können, Herausforderungen für die Kampfmittelräumung dar.

Die technische Entwicklungsvorgabe für den Crawler war, dass alle notwendigen Arbeitsschritte zur Räumung der Munition in einem Versenkungsgebiet durch eine stabile Arbeitseinheit am Meeresboden kontrolliert durgeführt werden sollen.

Gesteuert von einer Arbeitsplattform im Meer operiert der Crawler bis zu drei Tage am Stück, ohne Unterbrechung.

Das kontinuierliche Arbeiten bei Strömungsgeschwindigkeiten bis drei Knoten und schlechter Sicht bereiten dem robusten System keine Probleme.

Der Crawler wird dabei von der Arbeitsplattform mit Energie versorgt, ferngesteuert und überwacht.

Der auf breiten Gummiketten fahrende Crawler verfügt über zwei mobile Arme und eine Vielzahl verschiedener Sensoren, um alle notwendigen Arbeitsschritte der Kampfmittelräumung, vom Sondieren über das Freilegen, Identifizieren und Verlagern der Munition, zu ermöglichen.

Dabei werden alle Bewegungen von Winkelgebern erfasst und in „realtime“ als 3D-Animation in der Operationszentrale auf der Arbeitsplattform visualisiert.

Die Positionierung des Crawlers unter Wasser erfolgt mittels USBL-System und Gyro- Kompass. Ausgerüstet mit Sensorik zur Detektion metallischer Objekte, ist der Crawler in der Lage, Objekte zu relokalisieren.

Das Freilegen der Objekte erfolgt mit Hilfe einer starken Saugvorrichtung, die das umliegende Sediment entfernt. Kameras sowie akustische bildgebende Verfahren, wie BlueView/Aris, ermöglichen abschließend die Identifikation der Kampfmittel, auch bei schlechter Sicht.

Die Verlagerung handhabungsfähiger Munition erfolgt durch den, in mehreren Achsen mobilen Greifarm. Die auf dem Meeresboden bereitgestellten Transportkörbe werden mit der Munition beladen.

Der Einsatz unterschiedlicher Transportkörbe erlaubt die Sortierung der Munition bereits am Meeresboden und somit die gezielte Zuführung der Munition zum vorab definierten Vernichtungs- bzw. Entsorgungsprozess.

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